Artemia, oft Salinenkrebse oder umgangssprachlich Salzkrebse genannt, sind kleine Anostraca aus salzhaltigen Binnengewässern. Ihre Nauplien werden weltweit als Lebendfutter für Aquarienfische verwendet. Trotz Verwandtschaft mit Süßwasser-Feenkrebsen benötigen Artemia eine salzhaltige Kultur und sind nicht mit Triops austauschbar.
Was ist Artemia?
Artemia leben in Salzseen und Salinen, in denen nur vergleichsweise wenige Fressfeinde und Konkurrenten dauerhaft zurechtkommen. Es gibt verschiedene Arten und Populationen; Wachstum und Fortpflanzung hängen unter anderem von Temperatur, Sauerstoff, Salzgehalt und Futter ab.
Zysten, Schlupf und Nauplien
Unter bestimmten Umweltbedingungen können Weibchen ruhende Embryonen in widerstandsfähigen Zysten abgeben. Nach geeigneter Aktivierung und bei passenden Bedingungen setzt die Entwicklung fort; aus der Zyste schlüpft ein Nauplius. Die Qualität und Schlupfrate eines Ansatzes hängen nicht allein von der Zahl der Zysten ab, sondern auch von Herkunft, Lagerung und Kulturbedingungen.
Die FAO beschreibt Licht, Temperatur, Salzgehalt und Sauerstoff als wichtige Faktoren für Artemia-Kulturen. Ein festes Rezept gilt daher nicht für jede Charge und jeden Stamm gleichermaßen.
Artemia als Lebendfutter kultivieren
Für den Schlupf brauchst du einen sauberen, belüfteten Ansatz mit geeignetem Salzwasser und einer Lichtquelle. Nutze die Angaben des Zystenlieferanten zu Salzgehalt, Temperatur und Dosierung; achte darauf, dass die Eier in Bewegung bleiben und nicht am Boden verklumpen. Frisch geschlüpfte Nauplien werden oft verfüttert, bevor sie größere Nahrung aufnehmen. Für eine längerfristige Aufzucht brauchst du zusätzlich passende Nahrung und kontrollierte Wasserpflege.
Schlüpfende Artemia nicht in Süßwasser-Aquarien dauerhaft kultivieren: Sie sind keine Süßwassergarnelen und die Salinität muss zur Kultur passen. Spüle Nauplien vor dem Verfüttern bei Bedarf mit geeignetem Wasser ab, damit nicht unnötig viel Kulturwasser ins Aquarium gelangt.
Häufige Fehler vermeiden
- Keine pauschale Salzmenge ohne Bezug auf Produkt, Wasservolumen und Anleitung übernehmen.
- Übermäßige Zystendichte und fehlende Belüftung vermeiden.
- Unbelüftete Kultur nicht warm und überfüttert stehen lassen.
- Reste und Kulturwasser nicht in natürliche Gewässer schütten.
Quellen
- FAO: Biology and ecology of Artemia – Biologie, Kulturbedingungen und Entwicklung.
- Dumont et al. (2015): Stress tolerance during diapause and quiescence of Artemia.
- Zhang et al. (2009): Formation of diapause cyst shell in Artemia.
Für die Anwendung im Aquarium gibt es außerdem den ausführlichen TriopsWelt-Ratgeber zu Artemia als Lebendfutter.
