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URZEITKREBSE · ÜBERBLICK

Urzeitkrebse: vier Gruppen, viele Lebensweisen

Urzeitkrebse: vier Gruppen, viele Lebensweisen

„Urzeitkrebs“ ist ein populärer Sammelbegriff, keine einzelne wissenschaftliche Ordnung. Im Hobby werden darunter vor allem größere Kiemenfußkrebse (Branchiopoda) verstanden: Triops, Feenkrebse, Muschelschaler und Artemia. Diese Tiere sind miteinander verwandt, unterscheiden sich aber deutlich in Körperbau, Lebensraum und Pflege.

Was bedeutet Urzeitkrebs?

Die Bezeichnung fasst verschiedene Krebstiere zusammen, deren Lebenszyklen oft mit zeitweiligen Gewässern und widerstandsfähigen Ruhestadien verbunden sind. „Urzeit“ bedeutet dabei nicht, dass heutige Arten seit Millionen Jahren unverändert fortbestehen. Für Bestimmung und Haltung zählen der wissenschaftliche Name und die konkrete Herkunft, nicht allein der Handelsname.

Die vier Gruppen im Überblick

  • Triops (Notostraca): Rückenschaler mit großem, schildartigem Carapax; sie leben überwiegend am Gewässerboden.
  • Feenkrebse (Anostraca): frei schwimmende Kiemenfußkrebse ohne Rückenschild. Viele Arten bewohnen saisonale Süßwasserbecken.
  • Muschelschaler (vor allem Spinicaudata und Laevicaudata): kleine Branchiopoden, deren Körper von einer zweiklappigen Schale umgeben ist.
  • Artemia (Anostraca): Salinenkrebse aus salzhaltigen Binnengewässern; ihre Nauplien werden häufig als Lebendfutter kultiviert.

Artemia gehören zoologisch ebenfalls zu den Anostraca, werden im Handel und Hobby aber oft getrennt von den Süßwasser-Feenkrebsen behandelt.

Dauereier und zeitweilige Gewässer

Viele Arten dieser Gruppen sind an Gewässer angepasst, die austrocknen oder stark schwanken. Ruhestadien im Sediment können ungünstige Phasen überdauern. Die Auslösung des Schlupfs ist je nach Art, Population und Vorgeschichte verschieden; daher gibt es keine universelle Anleitung für alle Urzeitkrebse.

Haltung: erst die Gruppe bestimmen

Die wichtigste Regel für Einsteiger: Bedingungen nicht zwischen den Gruppen übertragen. Triops und viele Feenkrebse werden in Süßwasser aufgezogen, Artemia brauchen salzhaltiges Wasser, und Muschelschaler haben ihre eigenen, häufig wenig standardisierten Kulturbedingungen. Prüfe vor dem Ansatz wissenschaftlichen Namen, Wasserart, Temperaturhinweise und Herkunft der Eier. Tiere oder Ansätze dürfen nie in natürliche Gewässer gelangen.

Weiterführende Ratgeber

Quellen