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BIOLOGIE · SINNE

Triops-Augen: Was bedeutet das „dritte Auge“?

Kurzantwort: Triops besitzen paarige Komplexaugen und ein unpaares Naupliusauge auf der Mittellinie. Das Naupliusauge wird im Hobby häufig „drittes Auge“ genannt. Es ist ein anatomischer Begriff und kein drittes Auge im Sinne eines zusätzlichen menschlichen Sehorgans.

Augen im Körperbau der Branchiopoden

Die zwei seitlichen Komplexaugen sind als Paar angeordnet; dazwischen liegt das mediane Naupliusauge. Die Bezeichnung „Naupliusauge“ bezieht sich auf einen bei Krebstieren verbreiteten Augentyp, nicht darauf, dass nur Larven es besitzen. In der frühen Entwicklung verändern sich Körperform und Sinnesstrukturen mit den Larvenstadien. Eine elektronenmikroskopische Studie an T. cancriformis dokumentierte mehrere frühe Entwicklungsstufen.

Was das Naupliusauge aussagt

Das mediane Auge ist lichtempfindlich und kann Helligkeitsinformationen liefern. Daraus folgt nicht, dass wir genau wissen, wie ein Triops seine Umgebung subjektiv wahrnimmt. Begriffe wie „drittes Auge“ sind anschaulich, sollten aber nicht als Beleg für Rundumsicht oder eine bestimmte Jagdleistung verstanden werden. Verhalten hängt zusätzlich von Bewegung, Berührung und chemischen Reizen ab.

Lichtwirkung und Orientierung nicht verwechseln

Licht kann bei einigen Triops-Eiern die Wiederaufnahme der Embryonalentwicklung und den Schlupf beeinflussen. Eine Studie an T. granarius fand unter den getesteten Bedingungen eine ausgeprägte Lichtabhängigkeit. Dieser Befund betrifft Eier einer konkreten Art und Population; er beweist nicht, dass adulte Tiere dieselbe Reaktion oder ein bestimmtes Beleuchtungsoptimum haben. Für Praxiswerte siehe Licht beim Schlupf.

Sind Augen ein Artbestimmungsmerkmal?

Das Vorhandensein eines Naupliusauges trennt Triops nicht von verwandten Krebstiergruppen und identifiziert keine Art. Bestimmung braucht Merkmalskombinationen und Herkunftsdaten. Verwende auffällige Fotos für die Dokumentation, nicht als alleinige Bestätigung. Weiterführend: Sinnesorgane, Körperbau und Art bestimmen.

Fachquellen